Im Kräuterdorf stehen einige Projekte an

Ob Budget, Einbürgerung oder Sonderkredit: Die Hergiswiler Stimmberechtigten sagten am Dienstagabend, 18. November 2025, Ja zu allen Traktanden. Zudem gab's aus dem Gemeinderat News zu künftigen Projekten.

Peter Helfenstein

«Was wir heute Abend besprechen, ist keineswegs Schnee von gestern. Es geht um Grundsätze für unser zukünftiges Zusammenleben in Hergiswil – erarbeitet in einem urdemokratischen Prozess an der Gemeindeversammlung», mit diesem Statement begrüsste Gemeindepräsident Flurin Burkhalter 76 Stimmberechtigte und sechs Gäste.

Gemeinde bleibt auf solidem Kurs
Gemeindeammann Pius Hodel erläuterte den Aufgaben- und Finanzplan 2026 bis 2029 und das Budget 2026. Erhielt fest, dass die Gemeinde insgesamtgut unterwegs sei und sich in mehreren Bereichen sogar sehr positiv entwickle. Zugleich betonte er, dass ein sorgfältiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen weiterhin unerlässlich bleibe. Die Stimmberechtigten folgten den Anträgen des Gemeinderats und nahmen sowohl den Aufgaben- und Finanzplan 2026 bis 2029 als auch den Bericht der Controllingkommission zustimmend zur Kenntnis. Zudem genehmigten sie das Budget 2026 mit einem Aufwandüberschuss von rund 385 000 Franken und Bruttoinvestitionen von 3,715 Millionen Franken sowie einem unveränderten Steuerfuss von 2.00 Einheiten.

Sonderkredit bewilligt
Die Gemeinde Hergiswil plant, die sanierungsbedürftige Brücke und den Durchlass des Hundskellenbachs im Gebiet Hinter-Säge und Hindermüli zu ersetzen. Schäden an Belag und Tragwerk sind auf unterschiedliche Bauweisen der bestehenden Konstruktionen sowie auf eindringendes Wasser und Tausalz zurückzuführen. Eine erste hydrologische Beurteilung zeigt, dass ein Hochwasserereignis mit einer Wiederkehrperiode von 100 Jahren heute nicht ausreichend abgeführt werden kann, weshalb ein vollständiger Ersatz des Durchlasses notwendig wird. Im Zuge der Planung wird auch eine mögliche Verschiebung der Bushaltestelle mit Wartehaus und Veloabstellanlage geprüft. Die Ausführungen überzeugten und das Stimmvolk bewilligte einen Sonderkredit von 600 000 Franken.

Einbürgerung gutgeheissen
Sozialvorsteherin Monika Kurmann erläuterte das Einbürgerungsverfahren und betonte, dass im Kanton Luzern kein Rechtsanspruch auf Einbürgerung besteht. Der Antrag von Svitlana Kovtsun Hodel, die 2004 in die Schweiz eingereist ist, wurde gemäss den gesetzlichen Vorgaben geprüft und erfüllte alle formellen Voraussetzungen. Gespräche mit dem Gemeinderat und der Verwaltung bestätigten ihre gute Integration sowie ausreichende Deutschkenntnisse, weshalb sowohl der Gemeinderat als auch die Controllingkommission den Antrag unterstützten. Nach ihrer persönlichen Vorstellung an der Versammlung wurden keine Fragen gestellt. Die Stimmberechtigten stimmten der Erteilung des Gemeindebürgerrechts an zu.
Nach einer kurzen Diskussion wurde der Totalrevision des neuen Feuerwehrreglements der Gemeinde Hergiswil zugestimmt.

Die Stimmberechtigten genehmigten am Dienstagabend, 18. November 2025, sämtliche traktandierten Geschäfte.

Bild Peter Helfenstein

News aus dem Gemeinderat
Laut Flurin Burkhalter haben sich rund 200 Eigentümerinnen und Eigentümer ausserhalb der Bauzone für das Glasfaserprojekt Prioris angemeldet, was der Gemeinderat als sehr erfreuliche Quote wertet. Während eine Tochterfirma der Swisscom derzeit Hausbesuche zur Prüfung der örtlichen Gegebenheiten durchführt, laufen die Machbarkeitsabklärungen, sodass der Ausbau in Hergiswil 2026 starten und 2027 abgeschlossen werden soll.
Die Arztpraxis in Hergiswil musste mangels ausreichender Patientenzahlen im August geschlossen werden, weshalb auch keine Nachfolgelösung zustande kam. Laut Gemeindeammann Pius Hodel ist das Kapitel Arztpraxis in Hergiswil abgeschlossen und das Buch wird geschlossen.
Schulverwalter Markus Kunz berichtete, dass sich Lehrpersonen und Gewerbe seit Jahren stark für eine fundierte Berufsorientierung einsetzen und den Schülerinnen und Schülern regelmässig Einblicke in verschiedene Betriebe ermöglichen. Er hob zudem die konstant guten Lehrabschlüsse sowie die erfolgreichen Swissskills-Resultate hervor und betonte die Bedeutung des regionalen Netzwerkanlasses, der die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gewerbe weiter stärkt.
Sozialvorsteherin Monika Kurmann berichtete, dass eine Arbeitsgruppe den Neubau zusätzlicher Alterswohnungen auf gemeindeeigenem, bereits eingezontem Land vorbereitet und bis Anfang 2026 ein Raumkonzept mit Kostenschätzung vorlegen soll. Sie erläuterte zudem das Projekt «Vision Zukunft Alter», in dem Hergiswil als Pilotgemeinde ein Netzwerk für Betreuung und Unterstützung im Alter aufbauen will. Dessen Umsetzung hange jedoch von der Finanzierung und einer erfolgreichen Pilotphase ab.
Gemeinderätin Renate Ambühl berichtete, dass das Kräuterdorf Hergiswil am Napf im Rahmen eines breit abgestützten NRP-Projekts (Neue Regionalpolitik) neu positioniert wird, um die Sichtbarkeit der Kräuter im Dorf zu stärken und neue Angebote wie Kräuterevents oder einen möglichen Kräutergarten zu entwickeln. Zudem wird in einem weiteren NRP-Projekt die Machbarkeit eines neuen Campingplatzes geprüft. Dies, nachdem aus der Bevölkerung weiterhin Interesse an einem solchen Angebot bestehe. Erste Abklärungen werden bis Ende Februar erwartet.

Verabschiedungen
Regina Lustenberger wurde von Gemeindepräsident Flurin Burkhalter für ihre zehnjährige engagierte Tätigkeit in der Controllingkommission verdankt. Sie trat auf den 31. August 2025 zurück und wurde unter Applaus mit einem kleinen Geschenk verabschiedet.
Schulverwalter Markus Kunz würdigte Sandra Stadelmann-Meier für ihre achtjährige Mitarbeit in der Bildungskommission beziehungsweise früheren Schulpflege. Sie legte ihr Amt auf Ende des Schuljahres 2024/2025 nieder und wurde ebenfalls mit Applaus und einem Geschenk verabschiedet.

Den Einsatz für die Gemeinde verdankt: Markus Kunz (links) und Pius Hodel überreichten Sandra Stadelmann (2.v.l.) und Regina Lustenberger ein Blumenbouquet.

Bild Peter Helfenstein