Warum du Muskeln verlierst, wenn du sie nicht trainierst

Eine «der» Weisheiten im Kraftsport ist der Spruch «use it or lose it». Was der Spruch wirklich bedeutet, konnte man am Gesundheitsvortrag von Sportwissenschaftler Jan Peters aus Deutschland am Donnerstag, 16. Oktober 2025, im Wigeresaal des Gemeindehauses erfahren.

Peter Helfenstein

Eingeladen hatte Claudia Aregger, Geschäftsführerin der Physiotherapie am Napf GmbH. In ihrer Begrüssung ermutigte sie die Anwesenden, den Vortrag als Impuls zu verstehen, den eigenen Weg zu mehr Gesundheit und Lebensqualität zu finden – unabhängig von Alter oder Ausgangslage.

Muskelschwund = Sarkopenie
«Use it or lose it» ist Englisch und bedeutet auf Deutsch: «Nutze es oder verliere es.» Gemeint ist damit, dass dein Körper Muskeln abbaut, wenn du sie nicht trainierst. Eigentlich ist es aber viel mehr ein Prinzip, das sowohl für körperliche als auch mentale Fähigkeiten und Fertigkeiten gilt. Das Deutschen Pendant zu «use it or lose it» ist übrigens «Wer rastet, der rostet.»
Mit fundiertem Fachwissen, einer Prise Humor und spürbarer Leidenschaft zeigte der Referent Jan Peters, warum gezieltes Training der Schlüssel zu einem langen und selbstbestimmten Leben ist. Bewegung sei zwar wichtig, doch erst regelmässiges, gezieltes Training stärke den Körper nachhaltig. «Mit dem Hund spazieren zu gehen ist Bewegung – aber kein Training», so Peters. Wirkungsvolles Training bedeute, sich bewusst und regelmässig anzustrengen, um Muskulatur, Herz-Kreislauf-System und Beweglichkeit zu erhalten.
Der Sportwissenschaftler führte anschaulich vor Augen, dass der natürliche Muskelabbau bereits ab dem 25. Lebensjahr beginnt. Ohne ausreichende Aktivität kann bis zum 40. Geburtstag bis zu 15 Prozent der Muskelmasse verloren gehen. Zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr schrumpft die Muskelmasse sogar um bis zu 50 Prozent – mit deutlichen Folgen für Kraft, Gleichgewicht und Schmerzfreiheit. Dieser Prozess trägt den medizinischen Namen Sarkopenie. Sie ist keine ausschliessliche Alterskrankheit, sondern eine Folge von Inaktivität, die im Alter lediglich sichtbarer wird.
Laut Peters leiden viele ältere Menschen unter einer erheblichen Minderung ihrer Muskelkraft, was alltägliche Tätigkeiten wie Treppensteigen oder Tragen erschwert. Studien gehen davon aus, dass zwischen fünf und 13 Prozent der 60- bis 70-Jährigen und rund die Hälfte der über 80-Jährigen betroffen sind. Besonders gefährdet sind Menschen, die sich zu wenig bewegen. Doch es gibt Hoffnung: Mit gezieltem Krafttraining lässt sich dem Muskelabbau entgegenwirken – und bereits verlorene Muskulatur kann teilweise wieder aufgebaut werden.
Ein modernes Hilfsmittel bietet das Bewegungs- und Trainingszentrum Napf. Dort ermöglichen smarte Trainingsgeräte eine präzise Anpassung der Belastung an Alter, Leistungsstand und Zielsetzung. Wer wissen möchte, was im eigenen Körper steckt, kann mit der sogenannten InBody-Messung Körperzusammensetzung, Muskelmasse, Fettanteil und Wasserhaushalt exakt bestimmen.
Zum Abschluss zitierte Peters den Philosophen Friedrich Nietzsche: «Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie.» Mit diesem Gedanken forderte er das Publikum auf, sein persönliches «Warum» für Bewegung und Training zu finden. Denn wer sein Ziel kennt, findet auch den Weg dorthin – sei es für mehr Kraft, Lebensfreude oder Unabhängigkeit im Alter.
Nach dem spannenden und motivierenden Referat konnten die Zuhörerinnen und Zuhörer in der Napf Galerie einen Apéro geniessen, sich austauschen und vom Trainingszentrum-Team beraten lassen und gleich selber ein Gerät testen.

Claudia Aregger überreichte Jan Peters eine Geschenkpackung mit regionalen Produkten.

Bild Peter Helfenstein