Im Dorf plätschert ein neuer Brunnen

Der Brunnen im Dorfzentrum wurde nach 125 Jahren Betrieb durch ein neues, handgefertigtes Modell ersetzt. Nach der Inbetriebnahme wurde darauf angestossen – mit vom Brunnenwasser gekühltem Weisswein.

Peter Helfenstein

Nun singt er wieder – der Dorfbrunnen auf dem Gelände des Zuberhöflis. Zwar handelt es sich nicht um jenen historischen Brunnen, der den Hergiswiler Ehrenbürger Josef Zihlmann – besser bekannt als «Seppi a de Wiggere» – einst zu seiner Erzählung «De Brunne singt» inspirierte. Diese Geschichte ist im Buch «De jung Chuenz und andere Geschichten» enthalten. Der ursprüngliche Brunnen, der 1900 von Luigi Macchi erstellt wurde, prägte über ein Jahrhundert lang das Dorfbild. Nach 125 Jahren wurde er nun durch einen neuen Brunnen ersetzt.

Mit Sorgfalt gefertigt
Am Freitagnachmittag herrschte im Dorfzentrum reges Treiben - trotz Temperaturen um 30 Grad. Bereits im Vorfeld hatte die Bauunternehmung Zettel den Platz für den neuen Brunnen vorbereitet. Der Brunnentrog – rund 1200 Kilogramm schwer – und der Brunnenstock mit einem Gewicht von rund 500 Kilogramm stammen aus der Werkstatt von Louis Frank in Grossdietwil, der seit 1995 hochwertige Brunnentröge aus Beton und Naturstein fertigt. Jedes Stück entsteht mit höchster Sorgfalt und handwerklicher Präzision – für Qualität und Langlebigkeit. Der neue Dorfbrunnen ist aus Beton gefertigt; seine etwas hellere Farbgebung verdankt er dem verwendeten Hüswiler Kies.

Ein eingespieltes Team
Zum Projektteam «Dorfbrunnen» gehörten Pius Hodel, Gemeindeammann; Isidor Wirz, Gemeindearbeiter; Hansjörg Zettel, Bauunternehmung Zettel AG sowie Louis Frank, Brunnenbauer. Das Setzen eines Brunnens erfordert weit mehr Fingerspitzengefühl, als man vermuten könnte. Gegen 13.30 Uhr hob Hansjörg Zettel den Brunnentrog mit einem Mobilbagger vom Lieferanhänger und platzierte ihn vorsichtig auf die vorbereiteten Sockel. Anschliessend richteten Louis Frank und Isidor Wirz den Trog millimetergenau aus. Auch der Brunnenstock wurde per Baumaschine an seinen Platz gesetzt und präzise austariert. Es folgten Feinarbeiten, bis alles perfekt ausgerichtet war. Aus mehreren Ausläufen wählte man schliesslich den Passenden aus und montierte ihn schliesslich.

Das «Brunnen-Team» von links: Louis Frank, Isidor Wirz, Pius Hodel und Hansjörg Zettel.

Bild Peter Helfenstein

Ein Prosit auf den neuen Brunnen
Anschliessend wurde der Brunnen an die Wasserleitung angeschlossen. Gespiesen wird er von einer Quelle im Gebiet Sonnenrain – er ist somit nicht an das gemeindeeigene Leitungsnetz angeschlossen. Das Wasser fliesst vom Brunnen nun auf direktem Weg in die Enziwigger. Kurz nach 16 Uhr war es so weit: Aus der Röhre plätscherte frisches Wasser – der Brunnen «sang» wieder. Das Wasser ist übrigens einwandfreies Trinkwasser, das nun dank des neuen Auslaufs auch bequem direkt aus der Leitung genossen werden kann. Auf das gelungene Projekt wurde jedoch nicht mit Wasser, sondern mit einem Glas Weisswein angestossen. Dieser wurde zuvor im Brunnenwasser angenehm gekühlt.

Ein Prosit auf den neuen Dorfbrunnen.

Bild Peter Helfenstein

 

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