An der Gemeindeversammlung genehmigten die Stimmberechtigten ohne Gegenstimmen alle traktandierten Geschäfte. In zwei Kommissionen gab es Ersatzwahlen. Je ein Vertreter von Prioris und der Swisscom informierten über das Glasfasernetz und beantworteten zahlreiche Fragen aus dem Plenum.
Peter Helfenstein
Gmeindepräsident Flurin Burkhalter begrüsste am vergangenen Donnerstagabend in der Steinacherhalle 105 Stimmberechtigte und vier Gäste. Gemeindeammann Pius Hodel erläuterte den Jahresbericht inklusive Jahresrechnung 2024 mit einem erfreulichen Ertragsüberschuss von 660'438.65 Franken und Investitionsausgaben von 1'996'457.33 Franken. Fazit: Die finanzielle Lage der Gemeinde präsentiert sich solide. Der Gemeindeversammlung nahm die Beteiligungsstrategie und das vorgestellte Legislaturprogramm 2024–2028 zustimmend zur Kenntnis..

Mit dem Aufstehen bei den Abstimmungen und Wahlen wurde ein sichtbares Zeichen für das laufende «COOP Gemeinde Duell» gesetzt.
Bild Peter Helfenstein
Neue Mitglieder in Gemeindekommissionen
Anstelle von Regina Lustenberger wurde der von der SVP vorgeschlagene Philipp Burkard als Mitglied der Contollingkommission gewählt. Er tritt das Amt am 1. September 2025 an. Als Mitglied der Bildungskommission wurde für die zurücktretende Sandra Stadelmann der von der Mitte nominierte Roman Heller gewählt. Er tritt das Amt am 1. August 2025 an. Offiziell verabschiedet werden die beiden zurücktretenden Personen an der Herbst-Gemeindeversammlung.
Glasfaserausbau als Gemeinschaftsprojekt
Reto Frank, Gemeindepräsident, Grossdietwil, und Verwaltungsrat von Prioris, sowie Stefan Vogel, Gemeindebetreuer Breitbandausbau von der Swisscom, informierten die Anwesenden über den Stand der Dinge bezüglich Glasfasernetz. Ziel der Zusammenarbeit von Prioris und Swisscom ist eine fast 100 %ige Erschliessung Glasfaser nach Bakom Standard inner- und ausserhalb der Bauzone. Den Hauptteil der Kosten trägt die Swisscom. An den Kosten beteiligen sich im Weiteren die Hauseigentümer ausserhalb der Bauzone, die Gemeinden sowie Bürger und Unternehmen in den Gemeinden mit einem freiwilligen finanziellen Solidaritätsbeitrag. Prioris hat die Aufgabe, den Bau von fehlenden Leerrohren auf den Weg zu bringen. Nach Fertigstellung des Netzes wird Prioris aufgelöst.
Freie Anbieterwahl für alle Nutzer gewährleistet
Nutzer des Glasfasernetzes ausserhalb der Bauzone schliessen bei Prioris einen Basisvertag ab. Die Kosten pro Nutzungseinheit betragen 1'900 plus 600 Franken pro Wohnung oder Betrieb. Hierauf wird ein Erschliessungsvertrag mit der Swisscom unterschrieben. Durch Prioris erfolgen alsdann Engpassbeseitigungen und hierauf übernimmt Swisscom mit dem Glasfaser-Neubau. Unter Engpassbeseitungen fallen der Bau von neuen Kabelkanalisationen als Ersatz für erdverlegte Kupferkabel und Freileitungen, die als Träger für Glasfaserkabel genutzt werden.
Hauseigentümer innerhalb der Bauzone erhalten von Swisscom demnächst ein Schreiben. Diese haben die Möglichkeit, mit der Swisscom einen Erschliessungsvertrag abzuschliessen. Sowohl ausserhalb und als auch innerhalb der Bauzone ist die Wahl des Providers, wie z. B. Salt., Sunrise oder Quickline, frei.
Erste Kupferkabelnetze sind bereits abgeschaltet und bis circa 2035 sollen die letzten Kupferkabel ausser Betrieb genommen werden. Sehr wichtig zu wissen: Bestellungen Prioris Basisvertrag sind bis spätestens am 20. Juni 2025 einzureichen. Für später eintreffende Bestellungen können erhebliche Mehrkosten entstehen oder die Erschliessung mit Glasfaser kann abgelehnt werden.
Fragen fanden klare Antworten
In der anschliessenden Diskussion wurden verschiedene Fragen gestellt zur Abgrenzung innerhalb Bauzone/ausserhalb Bauzone, der Nutzung des bestehenden Elektra-Netzes, zu den Kosten und der Zahlungsfrist oder wie weit der Anschluss in der Liegenschaft/im Haus geht. Weiter wurde auch gefragt wieso es Prioris brauche und nicht Swisscom, um ausserhalb Bauzone das Glasfasernetz zu bauen.
Nach der regen Diskussionsrunde dankte Gemeindepräsident Flurin Burkhalter den Referenten Reto Frank und Stefan Vogel und hofft, dass die Grundeigentümerinnen und Grundeigentümer den Vertrag zeitnah einreichen. «Der Anschluss ans Glasfasernetz ist eine Investition für Jahrzehnte. Wir im Napfgebiet leben keineswegs hinter dem Mond und schon gar nicht wollen wir vom Rest der Welt abgehängt werden», so Gemeindepräsident Flurin Burkhalter. Er zeigte anhand seiner Wohnlage, sechs Kilometer abseits der Bauzone auf 950 Meter über Meer, die Herausforderung auf. Je dunkler sich der Himmel präsentiere, desto länger drehe bei ihm zu Hause die Sanduhr auf dem Bildschirm. Er schloss die Orientierung mit den Worten: «Nutzen wir die einmalige Chance, einen flächendeckenden Glasfaserausbau zu realisieren.»
Um 22.10 Uhr endete die informative Gemeindeversammlung und Gemeindepräsident Flurin Burkhalter lud zum Apéro.