In die Welt der Filmmusik abgetaucht

Die Musikgesellschaft Hergiswil teilte an ihrem Jahreskonzert mit dem Publikum eingängige Melodien aus bekannten Liebes-, Action- oder Walt Disney-Filmen. Stefan Schärli alias Veri führte humorvoll durch den Fernsehabend.

Peter Helfenstein

Mit den Stücken «March From Scipio», «La Bamba» und «I Will Survive» eröffnete die Jugendmusik Hergiswil unter der Leitung von André Gygli den Konzertabend. Mit der Zugabe «Hard Rock Hallelujah» verabschiedeten sich die jungen Musikantinnen und Musikanten vom Publikum. Der Nachwuchs lässt hoffen, dass es die Musikgesellschaft Hergiswil (MGH) auch in Zukunft noch geben wird.

Blockbuster am Laufmeter
Bereits beim Betreten der Steinacherhalle bemerkte das aufmerksame Auge, dass alles für einen gemütlichen Filmabend vor dem Fernseher vorbereitet war: Filmplakate an den Wänden, ein Beamer und eine weisse Projektionsfläche links der Bühne, ein Sofa mit einem Salontisch rechts von der Bühne und auf den Tischen Popcorn fürs Publikum. Respekt vor so viel Aufwand. Das Motto des diesjährigen Konzerts lautet denn auch «De Veri vorem Färnseh». In gewohnter Manier führte Stefan Schärli das Publikum in der vollen Steinacherhalle humorvoll durchs Programm.
Die Musikgesellschaft Hergiswil (MGH) unter der souveränen Leitung ihres Dirigenten Remo Freiburghaus eröffnete das Konzert mit dem US-Agententhriller «Mission: Impossible». Volle Konzentration war auch beim nächsten Stück, «Circle of life» aus dem Zeichentrickfilm «Der König der Löwen» gefragt. Die Handlung des Films dreht sich um den Löwenjungen Simba und die beschwerliche Suche nach seinem Platz im Kreis des Lebens. In diesem Jahr wird übrigens eine Realverfilmung ins Kino kommen.
Aus dem legendären Film «Der letzte Mohikaner» interpretierte die Brassband den Titel «The Gael» von Trevor Jones. «Im Film gibt’s zwar Schlägereien und Tote, aber es gibt darin auch eine sehr schöne Liebesszene», schickte Stefan Schärli voraus.

Radetzky-Marsch erinnert an Neujahr
Zum Zurücklehnen war eine Fernsehaufzeichnung aus dem Jahr 1989 zu sehen und hören. Damals war die Schweizer Gesangsgruppe Furbaz Teilnehmer am Eurovision Song Contest in Lausanne. Sie sang den Ohrwurm «Viver Senza tei» (Ein Leben ohne dich). Die Musik hat auch heute noch nichts von ihrem Charme verloren und wurde von der MGH einfühlsam interpretiert. Ein richtiger Ohrenschmaus!
Mit dem Radetzky-Marsch von Johann Strauss wird traditionell das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker beendet. Die MGH beendete mit diesem rassigen Marsch den ersten Konzertteil. In Hergiswil gab es die Version ohne Balletttänzer und -tänzerinnen und das Publikum klatschte erst, als es vom Dirigenten das Zeichen zum Klatschen erhielt. Umso kräftiger fiel der Applaus für die perfekte Darbietung aus.

Der Auftritt von Pippi Langstrumpf
Nach der Pause ging’s mit dem volkstümlichen Stück «So schön ist Blasmusik» von Erich Becht weiter. Hier stellte Erich Unternährer sein Können auf dem Solo-Es-Horn unter Beweis. Der Kassenschlager «Pearl Harbor» hat einen traurigen Hintergrund. Der Überfall auf Pearl Harbor war der Angriff der Kaiserlich Japanischen Marineluftstreitkräfte auf die auf Hawaii vor Anker liegende Pazifikflotte der USA am 7. Dezember 1941. Der Angriff war der Auslöser für den Kriegseintritt der USA am 8. Dezember 1941. Geschrieben wurde die Filmmusik von Hans Zimmer, arrangiert von Frank Bernaerts. Sie zeichnet sich durch das wunderschöne Zusammenspiel des Solo-Kornetts (Elvira Wiprächtiger) und Euphoniums (Arthur Duss) aus. Das Publikum war begeistert und beklatsche den Vortrag besonders lange. Zur beschwingten Titelmelodie von «Pippi Langstrumpf» hatte Vera Wiprächtiger ihren grossen Auftritt. Im Outfit von Pippi Langstrumpf galoppierte sie mit ihrem Pferd über die Bühne. Anschliessend durfte sie auf dem Sofa neben Stefan Schärli Platz nehmen und das Konzert mitverfolgen.
Ein weiterer Höhepunkt war die Interpretation von «Spider-Man», arrangiert von Frank Bernaerts. Mit dem Titel «Let it go» aus dem US-amerikanischen Computeranimationsfilm von Walt Disney Pictures «Die Eiskönigin - Völlig unverfroren» setzte die MGH den krönenden Schlusspunkt ihres diesjährigen Jahreskonzerts.

Pippi Langstrumpf (Vera Wiprächtiger) galoppiert mit ihrem Pferd über die Bühne.

Bild Peter Helfenstein

Gregor Kunz wird Kantonaler Veteran
Doch das Publikum hatte noch nicht genug. Die frenetisch geforderte Zugabe wurde gerne gewährt. Die Brassband spielte Musik zu einem kurzen Zeichentrickfilm aus der US-amerikanischen Serie «Tom & Jerry». Zu sehen gabs natürlich die berühmteste Katze, den Kater Tom, und die berühmteste Maus, die Hausmaus Jerry, an der Projektionswand.
Und wie es sich gehört, verlangte das Publikum eine zweite Zugabe und so spielte die Brassband den Marsch «Casaulta», des Bünderkomponisten Oscar Tschuor. Sie belegte damit bei der Marschmusik am Schaffhauser Kantonalen Musikfest in Stein am Rhein im Juni 2018 den 7. Rang der Kategorie Brassband 3. Klasse. Am gleichen Fest erreichte sie beim Konzertwettbewerb den hervorragenden zweiten Platz mit nur einem halben Punkt hinter dem erstklassierten Verein der Kategorie Brassband 3. Klasse, berichtete stolz der Präsident der Musikgesellschaft Hergiswil, Stefan Bucher. Dieser konnte in den eigenen Reihen mit Andrea Kurmann und Simon Wechsler zwei neue Mitglieder willkommen heissen. Am Luzerner Kantonal-Musiktag 2019 in Altishofen wird Gregor Kunz für 30 Jahre aktives Musizieren zum Kantonalen Veteran ernannt.